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Wasserfilter: Sinnvoll oder unnötig? Die 10 wichtigsten Fragen beantwortet

Mikrosiemens-Wert, Aktivkohle, Wasserhärte & mehr

Inhalte
Wasserfilter - ja oder nein?

Unser Trinkwasser wird in Deutschland streng kontrolliert und erfüllt hohe Qualitätsanforderungen. Warum kann ein zusätzlicher Wasserfilter trotzdem sinnvoll sein?
Zwischen Wasserwerk und Trinkglas liegt noch ein langer Weg. Hausleitungen, Armaturen und längere Standzeiten können die Wasserqualität beeinflussen. Zudem bedeutet die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte nicht automatisch, dass Wasser vollkommen frei von sämtlichen unerwünschten Spurenstoffen wie Schwermetallen, Pestiziden, Medikamentenrückständen, Hormonen, Nitraten und Plastik ist.
Ein passend ausgewählter Wasserfilter kann deshalb eine sinnvolle zusätzliche Aufbereitungsstufe direkt im eigenen Zuhause sein. Je nach Filtertechnik können beispielsweise bestimmte organische Spurenstoffe, Chlor, Schwermetalle oder andere unerwünschte Bestandteile reduziert werden.
Dabei gilt jedoch: Nicht jeder Filter kann alles. Entscheidend sind die eingesetzte Filtertechnik, die nachgewiesene Filterleistung sowie eine regelmäßige und hygienische Wartung.
Unser Fazit: Wer also selbst mehr Einfluss darauf nehmen möchte, welches Wasser am Ende tatsächlich im eigenen Glas landet, kann mit einem hochwertigen und zur eigenen Situation passenden Filtersystem eine zusätzliche Stufe der Wasseraufbereitung schaffen.

Was sagt der Mikrosiemens-Wert über die Qualität unseres Wassers aus?

Der Mikrosiemens-Wert (µS/cm) wird häufig genannt, wenn es um die Qualität von Wasser geht. Doch was sagt dieser Wert eigentlich aus?
Vereinfacht gesagt misst er, wie gut Wasser elektrischen Strom leitet. Dafür sind vor allem die im Wasser gelösten Mineralstoffe und Salze verantwortlich. Ein höherer Wert kann beispielsweise durch natürliche Mineralien wie Calcium oder Magnesium entstehen und ist deshalb nicht automatisch etwas Negatives.
Genauso wichtig ist die andere Seite: Ein niedriger Mikrosiemens-Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Wasser besonders rein oder gesund ist. Der Leitwert kann nämlich nicht zeigen, welche einzelnen Stoffe sich im Wasser befinden. Medikamenten- oder Hormonrückstände, viele Pestizide und andere Spurenstoffe lassen sich damit nicht gezielt erkennen. Auch über Bakterien, Viren oder Mikroplastik gibt der Wert keine verlässliche Auskunft.
Der Mikrosiemens-Wert ist daher nur ein einzelner Messwert unter vielen. Wer die Qualität eines Wassers wirklich beurteilen möchte, sollte nicht allein auf den Leitwert schauen, sondern auch weitere chemische und mikrobiologische Untersuchungen berücksichtigen.
Kurz gesagt: Ein niedriger Mikrosiemens-Wert kann interessant sein – er ist aber kein „Reinheitsnachweis“ für Wasser.

wasserwissen aktivkohle
Was bewirkt Aktivkohle bei der Wasserfiltration?

Aktivkohle wird häufig in Wasserfiltern eingesetzt, weil ihre besonders poröse Oberfläche bestimmte Stoffe aus dem Wasser binden kann. Dazu gehören beispielsweise Chlor sowie zahlreiche organische Verbindungen. Je nach Art und Qualität des Filters können auch bestimmte Pestizide, Medikamentenrückstände und andere organische Spurenstoffe reduziert werden.
Allerdings ist Aktivkohle kein Alleskönner. Gelöste Mineralstoffe und Salze wie Calcium und Magnesium werden in der Regel kaum entfernt. Auch Nitrat und viele andere anorganische Stoffe lassen sich mit Aktivkohle allein nicht zuverlässig herausfiltern. Welche Stoffe tatsächlich reduziert werden, hängt zudem stark von der verwendeten Aktivkohle, der Filterkonstruktion, der Kontaktzeit und dem regelmäßigen Filterwechsel ab.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hygiene: Wird ein Aktivkohlefilter zu lange verwendet oder nicht entsprechend den Herstellerangaben gewechselt, können sich unter ungünstigen Bedingungen Mikroorganismen im Filter vermehren.
Kurz gesagt: Aktivkohle kann eine sehr sinnvolle Stufe der Wasseraufbereitung sein, insbesondere zur Reduzierung bestimmter organischer Stoffe und zur Verbesserung von Geruch und Geschmack. Sie sollte jedoch nicht mit einer vollständigen Reinigung oder Entkeimung des Wassers gleichgesetzt werden.

Was bewirkt Umkehrosmose bei der Wasserfiltration?

Die Umkehrosmose ist ein Verfahren zur besonders weitgehenden Aufbereitung von Wasser. Dabei wird das Wasser unter Druck durch eine sehr fein trennende Membran geleitet. Ein großer Teil der gelösten Stoffe wird dabei zurückgehalten und mit dem sogenannten Konzentrat bzw. Abwasser abgeführt.
Im Unterschied zu einem reinen Aktivkohlefilter kann eine Umkehrosmoseanlage auch viele gelöste Salze und Mineralstoffe sowie zahlreiche unerwünschte Stoffe deutlich reduzieren. Dazu können – abhängig von Anlage, Membran und Betriebsbedingungen – beispielsweise Nitrat, bestimmte Schwermetalle sowie viele organische Spurenstoffe gehören. Auch Mikroorganismen werden durch eine intakte Umkehrosmosemembran sehr weitgehend zurückgehalten.
Dabei werden jedoch nicht nur unerwünschte Stoffe entfernt: Auch natürliche Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium werden stark reduziert. Das erklärt den typischerweise sehr niedrigen Leitwert von Osmosewasser.
Wichtig ist außerdem, dass eine Umkehrosmoseanlage regelmäßig gewartet und hygienisch betrieben wird. Filter und Membranen müssen entsprechend den Herstellerangaben gewechselt werden. Zudem entsteht bei der Aufbereitung neben dem gereinigten Wasser auch ein Konzentratstrom, wodurch zusätzlich Wasser verbraucht wird.
Kurz gesagt: Umkehrosmose kann sehr viele gelöste Stoffe aus dem Wasser reduzieren und bietet damit eine wesentlich umfassendere Aufbereitung als ein Aktivkohlefilter allein. Wie gut sie funktioniert, hängt jedoch entscheidend von der Qualität der Anlage, der Membran und einer fachgerechten Wartung ab.

Was bewirkt ein Ionenaustauscher bei der Wasseraufbereitung?

Ionenaustauscher werden vor allem eingesetzt, um bestimmte gelöste Ionen gezielt aus dem Wasser zu entfernen oder gegen andere Ionen auszutauschen. Ein bekanntes Beispiel ist die Wasserenthärtung: Dabei werden die für die Wasserhärte verantwortlichen Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Dadurch entstehen weniger Kalkablagerungen in Leitungen, Armaturen und Haushaltsgeräten.
Je nach verwendetem Ionenaustauscherharz können auch andere gelöste Stoffe gezielt reduziert werden. Das Verfahren unterscheidet sich damit deutlich von einem Aktivkohlefilter: Aktivkohle bindet vor allem bestimmte organische Verbindungen, während Ionenaustauscher auf elektrisch geladene Teilchen – also Ionen – spezialisiert sind.
Wichtig zu wissen: Ein Ionenaustauscher macht Wasser nicht automatisch „reiner“ oder gesünder. Bei einer klassischen Enthärtungsanlage werden Calcium und Magnesium beispielsweise nicht einfach ersatzlos entfernt, sondern gegen Natrium ausgetauscht. 
Auch Ionenaustauscher benötigen regelmäßige Pflege. Das Harz muss je nach System regeneriert oder ausgetauscht werden, und eine hygienisch einwandfreie Wartung ist wichtig.
Kurz gesagt: Ionenaustauscher sind hervorragend geeignet, um bestimmte gelöste Ionen gezielt zu beeinflussen – insbesondere zur Enthärtung von Wasser. Sie sind jedoch allein gesehen kein universelles Filtersystem und ersetzen keine umfassende Wasseraufbereitung.

wasserwissen wasser bewegung
Warum ist es wichtig, dass Wasser in Bewegung bleibt?

Wasser sollte möglichst nicht über längere Zeit in Leitungen oder Behältern stehen. Bei Stagnation kann sich die Wasserqualität verändern: Das Wasser erwärmt sich, Stoffe können aus Leitungen und Armaturen in das Wasser übergehen und unter geeigneten Bedingungen können sich Mikroorganismen vermehren.
Wird Wasser regelmäßig ausgetauscht und bleibt das Leitungssystem bestimmungsgemäß in Betrieb, werden mögliche Ablagerungen und Stoffe kontinuierlich ausgetragen und lange Standzeiten vermieden. Bewegung allein macht Wasser allerdings nicht automatisch sauber – entscheidend sind vor allem regelmäßiger Wasseraustausch, geeignete Temperaturen und hygienisch einwandfreie Leitungen und Anlagen.
Besonders nach längerer Abwesenheit empfiehlt es sich deshalb, das abgestandene Wasser zunächst ablaufen zu lassen, bis wieder frisches und deutlich kühleres Wasser aus der Leitung kommt.

Sind Algen im Wasser gut oder schlecht?

Algen sind ein natürlicher Bestandteil vieler Gewässer und erfüllen dort wichtige ökologische Funktionen. Sie produzieren Sauerstoff, binden Nährstoffe und bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für zahlreiche Wasserorganismen. In einem natürlichen und ausgeglichenen Ökosystem sind Algen daher vollkommen normal und sogar unverzichtbar.
Problematisch kann es werden, wenn sich Algen übermäßig vermehren. Eine sogenannte Algenblüte kann beispielsweise durch hohe Nährstoffgehalte, viel Sonnenlicht und warme Temperaturen begünstigt werden. Beim Absterben großer Algenmengen kann dem Wasser Sauerstoff entzogen werden, was Fische und andere Lebewesen belastet. Bestimmte Cyanobakterien – umgangssprachlich häufig „Blaualgen“ genannt – können zudem gesundheitsschädliche Giftstoffe bilden.
Im Trinkwasser oder in Trinkwasseranlagen ist sichtbares Algenwachstum dagegen grundsätzlich unerwünscht und kann auf ungünstige Bedingungen wie Lichteinfall, Nährstoffeintrag oder mangelnde Hygiene hinweisen.
Kurz gesagt: In natürlichen Gewässern gehören Algen zu einem gesunden Ökosystem. Eine starke Vermehrung oder Algenwachstum im Trinkwassersystem sollte dagegen genauer betrachtet werden.

Was bedeutet Wasserhärte und Kalk im Wasser?

Die Wasserhärte beschreibt im Wesentlichen, wie viele gelöste Calcium- und Magnesiumionen sich im Wasser befinden. Je höher ihr Gehalt, desto „härter“ ist das Wasser. Diese Mineralstoffe gelangen auf natürliche Weise in das Wasser, wenn es durch Gesteins- und Bodenschichten fließt.
Was wir umgangssprachlich als „Kalk im Wasser“ bezeichnen, zeigt sich vor allem dort, wo hartes Wasser erwärmt wird oder verdunstet. Dann können sich Kalkablagerungen bilden – beispielsweise am Wasserkocher, an Armaturen, Duschwänden oder in technischen Geräten.
Für die Gesundheit ist hartes bzw. kalkhaltiges Trinkwasser grundsätzlich kein Nachteil. Calcium und Magnesium sind wichtige Mineralstoffe. Kalk ist daher in erster Linie ein technisches und praktisches Thema: Starke Ablagerungen können den Energieverbrauch erhöhen, Geräte beeinträchtigen und den Reinigungsaufwand vergrößern.
Sehr weiches Wasser hat zwar den Vorteil geringerer Kalkablagerungen, ist aber nicht automatisch „gesünder“ oder qualitativ hochwertiger.
Kurz gesagt: Wasserhärte und Kalk sagen vor allem etwas über den Mineralstoffgehalt und die technischen Eigenschaften des Wassers aus – nicht darüber, ob ein Wasser gut oder schlecht für unsere Gesundheit ist.

Welcher pH-Wert ist bei Trinkwasser ideal?

Der pH-Wert zeigt an, ob Wasser sauer, neutral oder basisch ist. Ein Wert von 7 gilt als neutral, Werte darunter als sauer und Werte darüber als basisch beziehungsweise alkalisch.
Für Trinkwasser ist nicht ein ganz bestimmter pH-Wert automatisch „am gesündesten“. In Deutschland sieht die Trinkwasserverordnung grundsätzlich einen Bereich von pH 6,5 bis 9,5 vor. Innerhalb dieses Bereichs kann einwandfreies Trinkwasser unterschiedliche pH-Werte aufweisen.
Der pH-Wert ist vor allem auch technisch wichtig: Zu saures Wasser kann beispielsweise die Korrosion von Rohrleitungen und Armaturen begünstigen und dadurch unerwünschte Stoffe aus den Materialien lösen. Der pH-Wert hängt zudem eng mit der Mineralisierung und dem sogenannten Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht des Wassers zusammen.
Häufig wird basisches oder „alkalisches“ Wasser mit einem höheren pH-Wert als besonders gesund beworben. Für die pauschale Aussage, dass solches Wasser für gesunde Menschen grundsätzlich gesünder sei als Trinkwasser mit einem neutralen oder leicht basischen pH-Wert, gibt es jedoch keine überzeugende wissenschaftliche Grundlage.
Kurz gesagt: Es gibt nicht den einen perfekten pH-Wert für Trinkwasser. Entscheidend ist vielmehr, dass der pH-Wert in einem geeigneten Bereich liegt und die Wasserqualität insgesamt stimmt.

wasserwissen wasserquelle
Sollte gefiltertes Wasser wieder remineralisiert werden?

Bei sehr weitgehenden Verfahren der Wasseraufbereitung – insbesondere bei der Umkehrosmose – werden nicht nur viele unerwünschte Stoffe reduziert, sondern auch ein großer Teil der natürlich im Wasser enthaltenen Mineralstoffe und Salze. Das aufbereitete Wasser enthält dadurch beispielsweise deutlich weniger Calcium und Magnesium und weist meist einen sehr niedrigen Leitwert auf.
Damit stellt sich häufig die Frage: Sollte man diesem Wasser anschließend wieder Mineralien zuführen?
Grundsätzlich nehmen wir den größten Teil der benötigten Mineralstoffe über unsere Nahrung auf. Trinkwasser kann zwar zur Versorgung mit Calcium und Magnesium beitragen, ist für eine ausgewogene Mineralstoffversorgung bei gesunden Menschen jedoch normalerweise nicht die einzige oder wichtigste Quelle. Eine Remineralisierung ist deshalb nicht automatisch notwendig, nur weil das Wasser zuvor stark entmineralisiert wurde.
Trotzdem kann sie durchaus sinnvoll sein. Durch die gezielte Zugabe beziehungsweise Rücklösung von Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium kann sich der Geschmack des Wassers verbessern. Gleichzeitig können Mineralisierung, pH-Wert und die chemische Stabilität des Wassers beeinflusst werden. Deshalb wird beispielsweise bei der Aufbereitung von stark entmineralisiertem Wasser häufig eine Nachbehandlung eingesetzt.
Wichtig ist dabei, nicht einfach möglichst viele Mineralstoffe hinzuzufügen. Entscheidend ist eine kontrollierte und ausgewogene Remineralisierung. Welche Zusammensetzung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Ausgangswasser, vom verwendeten Filtersystem und vom gewünschten Ergebnis ab.
Auch sollte zwischen Mineralstoffen und unerwünschten Inhaltsstoffen unterschieden werden: Eine gute Wasseraufbereitung soll problematische Stoffe möglichst reduzieren. Bei einer anschließenden Remineralisierung werden dagegen gezielt ausgewählte Mineralien wieder eingebracht – nicht einfach das ursprüngliche Stoffgemisch.
Kurz gesagt: Nach einer sehr weitgehenden Filtration wie der Umkehrosmose kann eine Remineralisierung sinnvoll sein, insbesondere für Geschmack und Wasserchemie. Für eine ausreichende Mineralstoffversorgung des Körpers ist sie bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung jedoch nicht grundsätzlich erforderlich. Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe Mineralisierung, sondern eine kontrollierte und passende Zusammensetzung des Trinkwassers.

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